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Garten-Newsletter Februar 1

Lichtmess 2016

Liebe Leser, liebe Gärtner und Naturfreunde,

Lichtmess, heute kirchlich der „Reinigung“ der Jungfrau Maria geweiht, war eine wichtige Station des alteuropäischen, bzw. keltischen Jahreskreises. Es hieß, die weiße, vom Licht umhüllt strahlende, jungfräuliche Göttin – sie ist die Birkengöttin, die Brigit, die Percht – wandelt über das Land. Wenn sie erscheint, dann schauen Dachs und Bär aus ihren Höhlen hervor und wenn sie blinzeln müssen, weil es zu hell und sonnig ist, dann ziehen sie sich noch einmal für sechs weitere Wochen in die Erde zurück, denn so lange würde der Winter sich noch halten. Für die Bauern und Gärtner war das selbstverständlich wichtig. Sie schauten wie sich diese Tiere an dem Tag verhielten, denn sie wollten wissen, ob es mit dem Ackern und Graben bald oder später anfangen würde.

Nun dieses Jahr schien die Sonne – wenigstens hier im westlichen Allgäu. Da kann ich mich getrost noch einige Zeit hinter die Ofenbank legen, oder eher weiter schreiben und Holz sägen. Nur ist die Frage ob, diese Bauernregeln noch halten. Im Herbst deutete die üppige Herbstzeitlosenblüte einenerbst strengen Winter an. Doch was wurde daraus? Der läppischste, mickrigste Winter, den wir hier im Allgäu seit einem Vierteljahrhundert erlebt haben! Am 2. Februar lief ich durch den Wald und was sah ich: eine Schlüsselblume in voller Blüte, blühende Haselzweige, und auf der Weide im Windschatten die frisch grünen, fetten Blätter des Scharbockskrauts! Eigentlich schön; da verfeuert man nicht so viel Holz im Herd. (Holzmachen ist viel Arbeit) und im Garten muss man nicht einen Meter Schnee wegschaufeln um an den restlichen Federkohl, Rosenkohl, Lauch (Porree) oder an die Pastinaken zu kommen. Sogar Nüsslisalat (Feldsalat) kann man ernten.

Rosenkohl im Winter | Der Selbstversorger: Mein Gartenjahr (Foto Ingrid Lisa Storl)

Der letzte Rosenkohl im Winter | Der Selbstversorger: Mein Gartenjahr (Foto: Ingrid Lisa Storl)

 

Aber, fragt man sich, geht das noch mit rechten Dingen zu? Ist das noch normal? Oder ist das die sogenannte anthropogene Klimakatastrophe? Oder Resultat der verpfuschten Klimakontrollexperimente a lá HAARP? Oder doch El Niño? Ich mache mir da keinen Kopf. Muss so eine Laune des Shivas sein, der da auf dem Weltenberg Kailash, völlig hanfbenebelt, mal wieder nicht schnallt, was seine Meditationen so alles anrichten.

Wenn’s nach mir ginge könnte die Klimaerwärmung eigentlich viel schneller gehen, denn dann würde der Meeresspiegel steigen und die Berge – auch wo wir wohnen – zu Inseln werden. Dann bräuchten nur noch ein paar Kokosnüsse anzuschwemmen und zu Palmen heranzuwachsen, und man könnte faullenzend am Strand liegen. Einziges Problem, wo bekäme man die dazugehörige eisgekühlte Pina Colada oder den Gin Tonic?

Hirschholunder (Foto Ingrid Lisa Storl)

Hirschholunder (Foto: Ingrid Lisa Storl)

 

Heute haben einige Piepmätzchen sogar tüchtig ihre Frühlingslieder gesungen. Also, wer weiß, ob der Winter noch mal Härte zeigen wird? Da wird wohl doch bald das Umgraben, Kompost ausbringen, Beete rechen, Säen und Pflanzen beginnen müssen. Ich gärtnere gerne und leidenschaftlich. Es ist so etwas wie eine Meditation für mich, ein Ausgleich zum Sitzen am Computer und dem nervenaufreibenden Herumzappen und Zappeln im elektronischen Spinnennetz. Beim Gärtnern sprechen die Elemente, die feuchte duftende Erde, die Regenwürmer, Käfer und Kleinlebewesen, die lebenstüchtigen-lebenssüchtigen Begleitkräuter, der Sonnenschein und der Regen mit der Seele. Tiefe Kommunikation ist das, jenseits der Worte. Und darüber hinaus, dankt es der Garten mit nahrhaften Gemüsen, Salaten, Erdäpfeln, leckeren Erdbeeren und Blumensträußen. Er lehrt, dass das Leben sich immer wieder erneuert und selbst nach dem eisigsten Winter sich wieder verjüngt – und dass auch wir Teil davon sind, von diesem Werden und Vergehen. Zugleich aber erlebt man auch die Einmaligkeit einer jeden Pflanze, eines jeden Tieres, eines jeden Tages. Es ist ewig das Gleiche, und dennoch ist jedes Phänomen kostbar einmalig im Hier-und-Jetzt. Das gilt auch für jeden von uns.

Der Selbstversorger: Mein Gartenjahr (Foto: GU / Bernhard Haselbeck )

Der Selbstversorger: Mein Gartenjahr (Foto: GU / Bernhard Haselbeck )

 

Auf diese innige Weise gärtnere ich seit Jahren. Dann, vorletztes Jahr, fragte mich der Verlag Gräfe und Unzer, ob ich ein Buch über einen Selbstversorgergarten schreiben würde. Klar, das würde ich gerne tun. Ich bin ganz und gar dafür: Selbstversorger heißt selbstständig sein. Relativ unabhängig von fiesen Großkonzernen, denen es nicht um Gesundheit der Menschen geht, sondern vor allem um … na, ja, ihr wisst ja schon.

Dann, letztes Jahr, kam Ingo auf die Idee, dass man einen Film zum Thema machen könnte, um den interessierten, aber noch nicht so gewieften Gärtnern und Gärtneranfängern zu zeigen, wie man richtig kompostiert, ackert, Beete anlegt, pflanzt, sät, wie man Fruchtfolgen einhält und welche Gemüsearten sich miteinander vertragen. Auch da machte ich gerne mit, merkte jedoch, als wir beim Drehen waren, dass es mit der Tiefenmeditation aus ist, wenn einem eine Kamera auf Schritt und Tritt verfolgt. Und währenddessen sollte ich alles genau erklären. Dabei wurde mir bewusst, dass ich beim Gärtnern generell überhaupt nicht dachte. Die Arbeitsgänge laufen wie automatisch, man tut einfach das richtige, ohne darüber nachzudenken oder es in Worte zu fassen. Auch mein verehrter Garten-Guru, Manfred Stauffer, bei dem ich mehrere Jahre lernte, hat selten etwas mit Worten erklärt. Er hat einfach getan und man hat versucht es ihm nachzumachen. Zu viel Geschwätz stört die meditative Einkehr, und dann hört man die Stimme der Pflanzen oder der Heinzelmännchen oder der Regenwürmer nicht mehr.

Auf Dreh | Der Selbstversorger: Mein Gartenjahr (Foto: GU / Bernd Widmer )

Auf Dreh | Der Selbstversorger: Mein Gartenjahr (Foto: GU / Bernd Widmer )

 

Für den Film gab ich mir Mühe angemessene Worte zu finden, mit denen ich das Tun erklären konnte. Das war wie eine Schulung für mich: Worte zu finden, die stimmen, die im Einklang mit dem Geschehen sind. Gute Schulung, jawohl, denn ich bin ja auch Schriftsteller, nicht nur Gärtner. Als Schriftsteller sind Worte die Samenkörner, die zu geistigen Wesenheiten heranwachsen. Und wenn die Worte und Sätze stimmen, dann sind auch sie Nahrung: Nahrung für die Seele!

Das dazugehörige Buch ist ein vertieftes, weiterführendes Buch, in dem der Gärtner durch die Jahreszeiten – Vorfrühling, Frühling, Spätfrühling, Vorsommer und so weiter, bis in den Winter geführt wird. Es soll Schritt für Schritt praktische Anleitung gewähren.

Trotz Sommer, schrieb ich los. Auch das war eine gute Disziplin, auch da ging es um die Dinge in Worte zu fassen, die ich sonst wortlos im Garten tat.

Der Selbstversorger: Mein Gartenjahr bestellen

Der Selbstversorger: Mein Gartenjahr
Gräfe und Unzer, gebunden, 128 Seiten, DVD mit 110 Min., ISBN: 9733833851605

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Und nun, zur gesegneten Lichtmesszeit, ist das Buch da. Man kann es auch ein Geschenk der weißen Göttin, der Birkengöttin nennen, die in Indien Saraswati heißt. Wie Brigit ist Saraswati die holde Göttin, die alles wieder in Fluss bringt, die die Natur im Frühling weckt. Sie ist aber auch die Göttin des Wortes – einer ihrer Namen ist Vac (Sanskrit = „Rede, Wort, Sprache“; verwandt mit lateinisch vox = „Stimme, Rede, Wort“). Sie ist die weibliche Energie (Shakti) Brahmas, des Schöpfers. Was er aus dem Urgrund, mittels seiner Meditation, schöpft, das benennt sie mit den richtigen Worten. Und indem sie es benennt, bleibt es erhalten im Da-Sein.

Trailer | Der Selbstversorger: Mein Gartenjahr

 

Das bunt illustrierte Buch, samt DVD und Smartphone-App für die junge Generation der Gärtner, an dem Naturgeister, Garten-Guru Stauffer und die schöne weiße Göttin mitgearbeitet haben, heißt Der Selbstversorger: Mein Gartenjahr (Leseprobe, Klappentext und Inhaltsverzeichnis findet ihr hier).

Die Videos könnt ihr auch auf unserem neuen Portal www.der-selbstversorger.de ansehen und kaufen.

Der Selbstversorger - Das Videoportal

Dort könnt ihr entweder alle Videos mit einem 1-Jahres-Zeitpass für 16,99 € kaufen oder spezielle Themen einzeln (ab 1,49€). Wie das genau funktioniert zeigen wir im Video auf der Startseite. Im Laufe des Jahres kommen regelmäßig neue Filmchen mit Gartentipps, die es nicht mehr auf die DVD geschafft haben. Und mit dem Jahres-Zeitpass sind dieses dann gratis dabei!

Gewinnspiel | der-selbstversorger.de

Einen kostenlosen Einblick gibt es in den Videos „Gemüsegarten im Jahreslauf“, „Beete ausmessen“ und „Mulchen“.

Der Selbstversorger - Das Videoportal

Ich lade euch herzlich ein, schaut vorbei auf www.der-selbstversorger.de! Und wäre ich ein Guru, dann würde ich gleich den Erntesegen mit dazu geben.

Euer
Wolf-Dieter

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