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Garten-Newsletter März 8

Wer dicke Erbsen und Möhren will essen
Darf St. Gertrud (17. März) nicht vergessen.

Im März, dem Lenzing oder Frühlingsmond, wie er einst genannt wurde, steigt die Sonne vom Wassermann in die Fische. Nun siegt das Licht über die Dunkelheit – die Tage werden länger als die Nächte. Überall feierte das Landvolk in unseren Breiten um diese Zeit den „Sommergewinn“, „Todaustragen“ oder theatralische Darstellungen des Wettstreits zwischen dem alten Winter und dem neuen Sommer. Nun, da die Wiesen zögerlich zu grünen anfangen, beginnt das eigentliche Gärtnerjahr. Der traditionelle Stichtag dafür ist der Tag der Hl. Gertrude. „Gertrud mit der Maus, treibt die Spinnerinnen aus“ – und zwar aus der Stube in den Garten. Die beliebte christliche Heilige, eine umfunktionierte heidnische Frühlingsgöttin, galt als „die erste Gärtnerin“ und Sommerbraut. Auch wenn die Nächte noch recht kalt sind, tut man ihr es nach und beginnt nun mit der Aussaat der kältebeständigen Gemüse. Sollte sich die Gertrude gar unfreundlich zeigen, dann hält der März einen weiteren Gärtnerheiligen bereit: Es ist „der Benedikt, der den Garten schmückt“. Sein Tag fällt auf die Tagnachtgleiche. Das ist übrigens ein guter Termin die Sommerzwiebeln zu stecken, denn „St. Benedikt mach die Zwiebeln dick“.

Was man jetzt tun kann:

  • In die Freilandbeete können jetzt die robusteren Wurzelgemüse säen: Pastinake, Wurzelpetersilie, Kohlrüben, Speiserüben, Möhren, Rote Beete, Schwarzwurzel und auch die weniger bekannte, leicht nach Austern schmeckende Haferwurzel (Tragopogon porrifolius). Gemüselöwenzahn, Gartenmelde, Erbsen, Feldsalat, Spinat, Senf, Petersilie, Kohlrabi und Gartensauerampher können ebenfalls schon ausgesät werden. (Wie das geht erfahrt ihr in diesem Video)

  • Die langsam keimenden Doldenblütler – Möhren, Pastinaken, Petersilie – sollte man zusammen mit einigen Salat- oder Radischensamen als „Markiersaat“ aussäen, damit man die Reihen wiederfinden kann. (Wie das geht erfahrt ihr in diesem Video)
  • Zwischen den Saatreihen soll man fleißig mit der Hacke den Boden lockern, um das
    spriessende Unkraut in Schach zu halten. Besonders nach dem Regen sollte gehackt werden, damit die Beetoberfläche nicht verkrustet und der Boden leichter „atmen“ kann. (Wie das geht erfahrt ihr in diesem Video)

  • Kartoffeln – sie sollten schon vorgekeimt sein – können ebenfalls in den Boden gelegt werden. Wenn man wenig Saatgut hat kann man die Kartoffeln auch „äugeln“. Das heißt, jedes Auge – mit etwas Fleisch aus der Knolle geschnitten und auf 60 cm Abstand von einander in die Reihen gesteckt – entwickelt sich zu einer Kartoffelstaude. Die Kartoffel ist, wie andere Nachtschattengewächse, eine stark lunare Pflanze, daher schaue man auf die Mondstellung, wenn man sie pflanzt. Man steckt sie, wenn der Mond sich in einem Erdzeichen (Stier, Steinbock, Jungfrau) befindet, wohlmöglich bei Erdferne (Apogäum). Ein passender Tag in diesem Jahr wäre der 31. März, dann befindet sich der erdferne Mond im Steinbock. Auf eine Düngung mit kalihaltiger Holzfeuerasche, gut verrotteten Stallmist und einer bio-dynamischen Hornmistpräparatbehandlung sprechen die Kartoffeln gut an. Auf eineMulchdecke für die Erdäpfel sollte man vorerst verzichten. Da die Bodenbedeckung den Boden kühl hält und nicht nicht schnell genug aufwärmen lässt kommt sie erst später in Betracht. (Wie das geht erfahrt ihr in diesem Video)

  • In den noch kalten Märznächten leistet ein Jungpflanzenfrühbeet – für Sommerkohl, Blumenkohl, Blattkohl, Kopfsalat, Mangold, Lauch, Sellerie, Endivien – wertvolle Dienste. Dieses Beet wird ringsum mit Brettern vor dem Wind geschützt und mit Fenstern abgedeckt. Eine besonders feine, gut gesiebte Erdmischung – 1 Teil Torfmull, 1 Teil Sand, 1 Teil reife Komposterde, 2 Teile gute Gartenerde – wird den Sämereien als Wachstumsgrundlage bereitet. Der Kasten wird nachts zugedeckt und morgens, je nach Temperatur wieder aufgedeckt Eine wöchentliche Besprühung mit Tee, aus Kamille und Ackerschachtelhalm, wirkt vorbeugend bei Stengelfäule und Mehltau.(Wie das geht erfahrt ihr in diesem Video)

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