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Garten-Newsletter April 3

Bald trüb und rau, bald licht und mild,
ist der April des Menschen Ebenbild.

Im April, hat der Gärtner alle Hände voll zu tun. Die im März angefangenen Arbeiten gehen auf Hochtouren weiter. Überall sprießt und sprosst es – am stärksten die Gartenwildkräuter. Die müssen fleißig gehackt oder gezupft werden, sonst würden sie die neuen Saaten überwuchern. Die Kultur Pflänzchen haben es schwer, denn der April stürzt sie hin und her, zwischen heiß und kalt, Frost und knallende Sonne, und manchmal hagelt es.

Der April wurde einst als wilder, unberechenbarer, geiler Narr personifiziert. Er ist triebhaft, steckt voller Sexualität und Fruchtbarkeit: „Treib der April sein Spiel recht toll, werden Tenne und Tonnen voll“. Der ganze Monat, vom ersten bis zum letzten Tag, vom Narrentag bis Walpurgis, war mit chaotischer Fruchtbarkeitsfesten besetzt. Irgendwann in April ruft der Kuckuck, der Narrenvogel, die Schwalben kommen wieder und das goldgelbe Schöllkraut signalisiert den Sieg der Sonne und der Lebenskräfte über die Todeskräfte. Zu Walpurgis sammelten sich die Hexen, die den letzten Schnee wegtanzten, und die Werwölfe, die den lebensfeindlichen, alten Winter vertrieben. Diese oft orgiastischen Bräuche wurzeln selbstverständlich im europäischen Heidentum. Aber auch die Christen kamen nicht umher, die Fruchtbarkeit des Ostermonats anzuerkennen. Vielerorts bestellt man einen Karfreitagsgarten, denn an dem Tag an dem der Heiland gekreuzigt wurde, floss sein edles, alles belebendes Blut in die Erde und gab ihr besondere Kraft. Wie der Heiland selber, würden die Samen auferstehen und in die Höhe wachsen. Auch die alte heidnische Kultspeise aus den frischen grünen Kräutern, der „grünen Neune“, die der „Blutreinigung“ diente und mit der man sich mit den neuerwachten Vegetationsgeist verband, wurde von den Christen als die Gründonnerstagssuppe übernommen. Osterhase und Ostereier waren schon den alten Germanen bekannt als Symbole der Fruchtbarkeit.

Was man jetzt tun kann:

  • Alle Gemüsearten können nun ins Freie gesät werden, außer den wärmebedürftigen Bohnen, Gurken, Melonen, Kürbissen, Paprikas, Aubergine, Okra oder Zuckermais – alles Arten die ursprünglich aus den subtropischen Ländern stammen. Die Markerbsen sollten erst gegen Monatsende in die Erde kommen.(Wie das geht erfahrt ihr in diesem Video.)

  • Im April machen sich die Erdflöhe auf recht barbarische Weise über die zarten Kohl Pflänzchen, die jungen Radieschen und andere Kreuzblütler her. Alte Gärtner versuchten sie mit Asche, Gerberlohe, Ruß oder Thomasmehl zu vertreiben. Oder sie gaben den Pflänzchen zur Mittagszeit eine kalte Dusche. Wenn der Boden aber eine gute Humusstruktur hat und mit genügend reifen Kompost gefüttert wurde, sollte der Schaden nicht so groß sein. (Wie das geht erfahrt ihr in diesem Video)

  • Nun raspeln auch die Schnecken an den zarten Pflänzchen. Als Schamane kann man mit dem Schnecken-Deva reden, als normaler Gärtner hilft das Aufsammeln von Hand in den Morgen- und Abendstunden. Man sollte die Tierchen nie töten und liegenlassen, denn das zieht ihre Artgenossen über hunderte von Metern aus dem Umkreis an, da sie ihre Toten auffressen. Weinbergschnecken soll man aber lassen: Sie fressen die Eier der Nacktschnecken.(Wie das geht erfahrt ihr in diesem Video)

  • Wenn man kein Gewächshaus hat, dann kann man Anfang April ein Mistbeet bereiten, um die Setzlinge der wärmebedürftigen Sommerpflanzen aufzuziehen. Man schachtet ein 1m breites Beet 1m tief aus und füllt das Loch mit frischem Pferdemist, der mit Jauche, Urin oder Belebtschlamm angefeuchtet ist und dem etwas Branntkalk beigegeben ist. Darüber kommt eine Handbreit Torfmull, um die aufsteigenden Gase abzufangen, und ganz oben drauf kommen zwei bis drei Handbreiten gesiebte, gut gemischte Anzuchterde.  Die Seiten werden mit Brettern verschlossen und das Ganze mit Fenstern oder Folie überdeckt. Die Sonne heizt dann das Beet von oben und der Pferdemist von unten. Man muss das Beet lüften, wenn es zu heiß wird und nachts zudecken, damit die Keimlinge ohne zögern gesund wachsen können. (Wie man ein Frühbeet baut, erfahrt ihr in diesem Video)

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