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Garten-Newsletter Mai 3

Trockener Mai – Wehgeschrei,
feuchter Mai bringt Glück herbei.

Der Mai war schon so für die ersten europäischen Hackbauern der Beginn der lichten, wärmeren Jahreshälfte. Nun, da man das frische Gras auf den Weiden täglich höher wachsen sah, trieben sie das Vieh wieder aus. Im Blühen der Obstbäume und in den Blütenteppichen der Wiesen sahen sie den Einzug der schönen Blumengöttin, der Maia, nach der die Römer den Wonnemonat benannten. Als junge Braut zog sie durchs Land um sich mit dem Sonnengott zu vermählen. In jedem Dorf wurde eine geschälte, mit Blumenkränzen umrankte Birke oder Tanne als Maibaum aufgestellt, als Zeichen der fruchtbarkeitsbringenden göttlichen Vereinigung. Der Baum wurde umtanzt,  starke, berauschende Getränke wurden gebraut und mit Flurumgängen mit grünen Zweigen holte man den Segen für Feld und Acker herbei. Den Mädchen steckten die Burschen einen blühenden Zweig, einen „Maien“, als Zeichen der Sinnenfreude und Fruchtbarkeit, vor die Tür.

Gerade diese kaum zu bändigende Fruchtbarkeit und Wachstumskraft hält den Gärtner in Trab. Die Wildflora wuchert in den frisch bestellten Beeten, es gibt zu hacken und zu jäten. Jungsaaten müssen begossen, Setzlinge ausgepflanzt und Folgesaaten ausgesät werden. Aber auch zu ernten sollte es schon etwas geben: Spinat, Pflücksalat, Radischen, Schnittlauch, grüne Zwiebeln, Kresse, Rauke, Felssalalat, Senfgemüse und, in wärmeren Gegenden, eventuell zarte Pferdebohnen (Favabohnen), Zuckererbsen (Keefen) und Schalerbsen. Die nun hochgewachsene Brennessel kann gesammelt und getrocknet werden: sie kommt in die Suppe, wird unters Hühnerfutter gemischt oder als Kopfdünger für das Gemüse verjaucht. Auch die Rhabarberstengel, das „erste Obst“ für Kompott oder Blechkuchen, wird nun geerntet.

Zur Monatsmitte kommen die grimmigen Eisheiligen, die schon manchen Gärtner um seine Blütenträume gebracht haben. „Pankratius (12.5.), Servatius (13.5.) und Bonifatius (14.5) sind böse Gäste, sie bringen oft die Maienfröste.“ Auch die „kalte Sophie“ (15.5.) hat ein Herz aus Eis. Aber dann kündet der Kuckuck oder der Hochzeitsflug der Bienen die lauen, frostfreien Nächte an.

Was man jetzt tun kann:

  • Jungpflanzen aus dem Saatbeet – Kohlsorten, Endivien, Sommersalate, Lauch, Mangold – kommen nun in ihre Beete. Am besten setzt man sie bei trüben Wetter. Nachdem sie gut angewachsen sind, sind sie dankbar für eine Kopfdüngung aus Brennesseljauche oder verrührtem Kuhfladen.(Wie das geht erfahrt ihr in diesem Video.)

  • Möhren, Rote Beete, Lauch und Fenchel können noch in freie Beete gesät werden. Ins Saatbeet sät man die Spätgemüse – Rosenkohl, Grünkohl, Weißkohl, Rotkohl und Blumenkohl.(Wie das geht erfahrt ihr in diesem Video)

  • Nach den Eisheiligen legt man Buschbohnen, Stangenbohnen und die prächtig blühenden Feuerbohnen in ihre Horste. Zuckermais wird, zwecks günstiger Windbestäubung, in einem Block gesät. Gurken, Zucchetti und Kürbisse, deren Samen man über Nacht in Milch einweicht, kommen ebenfalls in ihre Beete. Mais und Gurkengewächse brauchen fetten, mit Kompost reichlich gedüngten Boden. (Wie das geht erfahrt ihr in diesem Video)

  • Wenn die Frostgefahr gebannt ist, kommen die Tomatensetzlinge, Paprika, Aubergine und Sommerblumen aufs freie Land. Der Sellerie kann – in Gemeinschaft mit Lauch –ausgepflanzt werden. Er geht zwar nicht ein wenn er Frost bekommt, macht aber dann keine Knollen.(Wie das geht erfahrt ihr in diesem Video)

  • Wärmeliebende, einjährige Kräuter die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammen, wie Basilikum, Majoran oder Bohnenkraut, werden ebenfalls gegen Ende Mai gesät.

  • Pflegemaßnahmen: Beete fleißig hacken, damit der Boden nicht verkrustet, austrocknet oder verunkrautet. Möhren ausdünnen. Erbsen anhäufeln. Erdbeerbeete säubern.(Wie das geht erfahrt ihr in diesem Video)

  • Erst wenn sich der Boden genügend aufgewärmt hat, wird er mit Grass, Stroh oder altem Heu gemulcht. Das hilft Wasser sparen und begünstigt die Regenwürmer und Bodenkleinlebewesen, die vor allem für die Bodenfruchtbarkeit zuständig sind.(Wie das geht erfahrt ihr in diesem Video)

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