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Garten-Newsletter Juni 0

Vor Johanni bitt um Regen,
Nachher kommt er ungelegen.

In den Brachmonat oder Heuert, wie der Juni einst genannt wurde, fallen Pfingsten, Fronleichnam und Johanni, die einst wichtige Stationen im Bauernkalender darstellten. Am 21. Juni ist der längste Tag und zugleich Sonnenwende. Die Natur geht von der Aufbauphase allmählich wieder in die Abbauphase über. Das bedeutet, daß das schnelle vegetative Sprießen und Wachsen zunehmend den Blüh- und Reifevorgängen weicht. Der Gärtner hat es nun leichter als in den vorhergehenden Monaten. Das emsige Ackern, Pflanzen und Säen hat größtenteils sein Ende gefunden, nun sind die etwas leichteren Pflegearbeiten  – Gießen, Hacken und Düngen – angesagt.
Zu den Pflegemaßnahmen gehört das richtige Gießen, wenn es zu trocken wird. Lieber weniger oft, dafür aber länger und gründlich gießen, als jedem Tag den Pflanzen eine Dusche verpassen. (15 Liter je Quadratmeter reicht für 8 Tage) Wenn durch oberflächliches Gießen die Bodenunterschicht trocken bleibt, kommt es zu Stauungen im Säftefluß der Pflanzen. Blattlausbefall ist die Folge. Bei den Saubohnen (Favabohnen) ist der Befall unvermeidbar und sollte nicht als Problem angesehen werden. Bei anderen befallenen Pflanzen hilft Brennesseljauche, die von den Wurzeln aufgenommen wird und den Läusen den Appetit verdirbt. Bohnen, Gurken und Tomaten vertragen kein kaltes Wasser auf den Blättern, bei ihnen ist Bodenbewässerung dem Besprengen vorzuziehen.

Was man jetzt tun kann:

  • Die abgeräumten Frühbeete können mit Folgesaaten von Möhren, Sommersalat, Buschbohnen, Kohlrabi, Sommerrettich und anderen passenden Saaten bestellt werden. Aber bitte Fruchtfolgen beachten! (Wie das geht erfahrt ihr hier: Fruchtfolge )

  • Verdünnte Jauchen leisten bei Kohl, Mais, Gurken und anderen hungrigen Starkzehrern den nötigen Nachschub an Nährstoffen. Die Jauchen werden aus vergorenen „Unkräutern“, aus Brennesseln, Beinwellblättern oder Kuhfladen hergestellt und mit Regenwasser verdünnt. Am besten an Regentagen oder bei bedeckten Himmel ausbringen. (Wie das geht erfahrt ihr in diesem Video)

  • Die Setzlinge aller Spätgemüsesorten – Wirsing, Grünkohl, Weißkohl, Rotkohl, Rosenkohl – werden nun gepflanzt.

  • Bohnen, Gurken, Kohl, Tomaten und vor allem der Lauch (Porree) werden angehäufelt, damit sie besser anwurzeln; der Lauch bekommt dann schöne lange Hälse.(Wie das geht erfahrt ihr in diesem Video)

  • Zwischen den Gemüsereihen sollte der Boden nun gründlich gemulcht werden, damit er relativ feucht bleibt.

  • Erdbeeren werden vor der Ernte mit Stroh, Holzwolle oder Torfmull gemulcht, damit die Beeren sauber bleiben. Nach der Ernte werden die Beete geputzt und gut gedüngt. Ableger von den ertragreichsten Erdbeerpflanzen können in neue Beete gesetzt werden. Reihenabstand 60 cm; Pflanzenabstand in der Reihe 25 – 30 cm. (Wie das geht erfahrt ihr in diesem Video)

  • Vor der Sonnenwende sollte man auf alle Fälle mit dem Spargelstechen und der Rhabarberernte aufgehört haben, damit diese Stauden für das nächste Jahr neue Kräfte sammeln können. Zudem enthält der Rhabarber zunehmend mehr nierenschädigende Oxalsäure. Auch sollte man diese Stauden kräftig düngen.

  • Rote Beete auf 20 cm Abstand ausdünnen.

  • Endiviensalat muss gegen Monatsende – nicht früher, nicht später – ausgesät werden.

  • Zweijährige und mehrhährige Blumen – Goldlack, Nelken, Fingerhut, Nachtviole, Vergissmeinicht, Islandmohn, Königskerze – werden jetzt in die Saatbeete ausgesät, später pikiert und dann im Herbst an ihren zugedachten Ort verpflanzt.

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