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Garten-Newsletter Juli 2

Nur in der Juli-Glut
Wird Obst und Wein dir gut.

„Geh aus, mein Herz, und suche Freud’ in dieser lieben Sommerzeit,“ singt in sommerlicher Ekstase der Kirchendichter Paul Gerhardt, „Schau an der schönen Gärten Zier, und siehe wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben“. Gerne nimmt der gestandene Gärtner diesen fröhlichen Rat an. Alle Beete sind nun bestellt, alles wächst nun und reift heran wie von selbst, die Nächte sind lau und laden ein, den wonnevollen Mittsommer-Traum mitzuträumen. Zeitstudien (time-motion studies) der Sozioökonomen belegen, dass der gärtnerische Arbeitsaufwand im Juli weniger als die Hälfe dessen ist, was im März, April oder Mai abverlangt wird. In den Frühjahrsmonaten benötigt jeder Quadratmeter Gartenbeet 13 bis 14 Stunden Schweiß und Muskelkrampf, im Juli sind es lediglich nur noch 6 Stunden. Heumonat ist der alte Name des Monats wenn die Wiesen nach Heu duften. Man könnte ihn auch Beerenmonat nennen, den nun werden die Stachelbeeren, Himbeeren und Johannisbeeren allmählich reif; die letzten süßen Erdbeeren sind noch zu ernten und gegen Monatsende fängt es zögerlich mit den Brombeeren an.

Der 25. Juli, der Tag des „Kornheiligen“ Jakobus, galt für die ländliche Bevölkerung als wichtiger Lostag. „Ist es hell auf Jakobustag, viel Früchte man sich versprechen mag.“ Ein heißer Jakobustag verkündet einen kalten Winter. Nach altgeübten Brauch werden am Jakobustag die ersten Kartoffeln, die Jakobi-Erdäpfel, geerntet und gegessen; man sammelt Heilwurzeln und Blaubeeren. Der Kohl wird behackt, damit er recht dick werde. Dazu spricht die Gärtnerin: „Jakob, Dickkopp, wird so dick wie mein Kopp, im Namen ..“ Rüben sollten unbedingt vor Jakobi gesät werden, dann gibt es Rüben, danach nur Rübchen. In den Alpen war und ist Jakobi das Hauptfest der Sennen und Hirten; es wird auf „Jakobsstärke“ getrunken; man mißt die Kräfte im „Rankeln“ oder „Schwingen“, eine alte Form des Ringens. Für den Gärtner ist auf alle Fälle ein Laubenfest angesagt.

Was man jetzt tun kann:

  • In diesen heißen Tagen muß auf die Bodenfeuchtigkeit geachtet werden. Wo nicht gemulcht ist, muß der Boden, besonders nach Regen oder Gewitter, ca. 3cm tief gelockert werden.(Wie das geht erfahrt ihr in diesem Video)

  • Starkzehrer, insbesondere Kürbis, Gurken, Blumenkohl und Tomaten brauchen viel Wasser, sowie ab und zu flüssige Kopfdüngung – Taubenmistjauche wäre dafür ideal. Bewässert und gedüngt wird nur in den Abendstunden. (Wie das geht erfahrt ihr in diesem Video)

  • Freigewordene Beete, etwa leere Frühkartoffelbeete, können bestellt und noch mit folgenden Saaten eingesät werden: Herbstspinat, Radischen, Herbstrettiche, Wurzelpetersilie, Feldsalat, Erbsen, Speiserüben, Knollenfenchel und Chinakohl. Möhren die jetzt gesät werden sind im Herbst besonders zart. Die letzten Buschbohnen sollten vor dem 10.7. im Boden sein. Die Beete müssen gut mit alten Kompost versorgt und feucht gehalten werden, damit die Samen keimen können. (Wie das geht erfahrt ihr in diesem Video)

  • Setzlinge von Grünkohl, Herbstkohl, Salat und Endivien werden nun gepflanzt.

  • Schwer behangene Obstbäume stützen.

  • Nußbäume jetzt – wenn überhaupt – schneiden. Im Winter geschnitten, vernarben die Schnittstellen schlecht.(Wie das geht erfahrt ihr in diesem Video)

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