FRUCHTFOLGEN

Es ist uralte Gärtnerweisheit, die besagt, dass man nicht immer die selben Pflanzen nacheinander auf die Beete pflanzt und schon gar nicht, wie es in der Agrobusiness der Fall ist, Jahr für Jahr dieselbe (Mais-) Monokultur.

Wenn man das im Garten macht, also Jahr für Jahr Kohl oder Zucchini an der selben Stelle pflanzt, dann kommt es zur „Bodenmüdigkeit“, dann hat man hat man folgende Probleme:

  • Die einseitige Beanspruchung des Bodens entzieht die notwendigen Nährstoffe für die jeweilige Art.
  • Die geschwächten Pflanzen werden für Pilz- und Schädlingsbefall anfälliger: Fadenwürmer befallen die Wurzelgemüse; Kohl und andere Kreuzblütler bekommen die „Kohlhernie“ – knollige, schorfige Wucherungen, verursacht durch einen Schleimpilz.
  • Unkräuter vermehren sich. Der Boden ruft nach Wildpflanzen, die ihn wieder ins Gleichgewicht bringen.

Fruchtwechsel auf Grundlage der Nährstoffbeanspruchung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Fruchtfolge zu organisieren. Wichtig ist, zwischen starkzehrenden,schwachzehrenden und bodenschonenden Gemüsesorten zu unterscheiden.

                       
    Starkzehrer       Bodenschoner       Schwachzehrer  
   

Als erste in der Reihenfolge pflanzt oder sät man jene Gemüse, die besonders hohe Nährstoffbedürfnisse haben. Sie kommen auf gut gedüngte Böden, also solche, die mit Kompost im zweiten oder dritten Verrottungsstadium versorgt sind.

 

     

Den Starkzehrern folgen die bodenschonenden Gemüse. Bei ihnen handelt es sich um Kulturen, die dem Boden weniger Nährstoffe entnehmen. Es sind vor allem die Schmetterlingsblütler (Hülsenfrüchte, Leguminosen), die mit Hilfe der Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln Stickstoff in den Boden bringen:

 

     

Als Letzte in der Fruchtfolge sät man die schwach zehren den Gartenpflanzen, nachdem man die Beete mit gut ausgereiftem Kompost leichtgedüngt hat. Zu dieser Gruppe gehören:

 

 
   
  • Aubergine (Eierfrucht)
  • Gemüsefenchel
  • Gurken
  • Kartoffeln
  • Klette (Gemüseklette)
  • Kohlarten (Kohlrabi, Blumenkohl, Brokkoli, Weißkohl, Wirsing, usw.)
  • Kürbis und Zucchini
  • Lauch (Porree)
  • Mangold (Krautstiel)
  • Paprika, Peperoni
  • Salate und Endivien
  • Sellerie
  • Spinat
  • Tomate
  • Zuckermais
     
  • Erbsen
  • Zuckererbsen (Kefen)
  • Favabohnen (Puffbohnen, Sau- oder Pferdebohnen)
  • Buschbohnen
  • Stangenbohnen
     
  • Feldsalat (Rapunzel, Nüssler)
  • Haferwurzeln
  • Karotten
  • Pastinaken
  • Petersilienwurzeln
  • Radieschen
  • Rettiche
  • Rote Beete (Randen)
  • Schwarzwurzeln
  • Steckrüben
  • Sommerblumen
  • Weiße Rüben
  • Zuckerwurzel
  • Zwiebeln, Schalotten
 
                       
                       

Neubeginn

Nun kann man den Boden wieder kräftig düngen und von neuem mit Starkzehrern
beginnen, oder man kann den Boden ruhen lassen (Brache), eine Gründüngung einschalten eine Zwischenpflanzung von Pflanzenarten einbringen, die sonst gar nicht in der Fruchtfolge vorkommen, wie Buchweizen, Lein oder Getreide.

Fruchtfolge auf Grundlage der Elemente und Pflanzenorgane

Wer sich nicht gut merken kann, was Starkzehrer, Schwachzehrer und Bodenschoner sind, der kann den Fruchtwechsel nach anderen Kriterien organisieren. Eine solche Möglichkeit ist ein Fruchtfolgeplan,den viele biologisch-dynamische Gärtner und Landwirte befolgen. Er hält sich an die harmonische Abfolge der vier Elemente oder „Ätherarten“: Erde, Wasser, Luft und Feuer. Diese Elemente erscheinen in der Pflanze als Wurzel, Blatt/Stängel, Blüte und Frucht/Samen. Damit diese Ätherarten sich harmonisch ablösen, fängt die Fruchtfolge an mit dem gut gedüngten Blattgemüse.

                             
  Blatt- und Stängelgemüse(Wasseräther):       Blütenpflanzen (Luftäther):       Fruchtgemüse und Samenpflanzen(Feueräther):       Wurzelgemüse (Erdäther):  
  Auf kräftig gedüngten Boden kommen alle Kohlarten und Salate(Endivien, Kopfsalat, Lattich, Zichoriensalat, Zuckerhut), Mangold, Lauch, Blattsenf, Spinat, Stangensellerie, Fenchel, aber auch Feldsalat.       Alles was blüht – Artischocken,essbare Chrysanthemen, Blumen und Kräuter – bilden die zweite Tracht.       An dritter Stelle werden die Hülsenfrüchte gesät, wie Erbsen (Markerbsen, Schalerbsen, Zuckererbsen) und Bohnen (Buschbohnen, Stangenbohnen),auch Buchweizen, Getreide, Gurken, Paprika, Kürbis, Zuckermais, Tomaten und Zucchini werden dazu gezählt.       Mit den Wurzelgemüsen schließt sich der Kreislauf, dazu gehören Chicorée Wurzel,Haferwurzel, Kartoffeln, Kerbelrübe, Knollensellerie, Möhre, Pastinake, Petersilienwurzel, Rettich und Radieschen, Rote Beete, Rüben, Schwarzwurzel, Zwiebeln.  
                             
     
 
     

Fruchtfolgen nach den Pflanzenfamilien

Mitglieder derselben Pflanzenfamilie haben meistens ganz ähnliche Ansprüche an den Boden, an Nährstoffen und Spurenelementen. Deswegen sollte man in der Fruchtfolge nicht Mitglieder derselben Familie nacheinander pflanzen.

                           
   

Liliengewächse (Liliaceae):

  • Knoblauch
  • Lauch oder Porree
  • Schalotte
  • Schnittlauch
  • Spargel
  • Zwiebeln

Kreuzblütler (Cruciferae):

  • Chinakohl
  • Gartenkresse
  • Kohl (Blumenkohl, Brokkoli,Grünkohl, Kohlrabi, Rosenkohl,Rotkohl, Spitzkohl, Weißkohl, Wirsing)
  • Pak Choi
  • Brauner Senf oder Spinatsenf
  • Radieschen
  • Rauke (Rucola)
  • Rettich
  • Senf
  • Speiserüben
  • Steckrüben

Zur Familie der Kreuzblütler gehören auch andere essbare Pflanzen, die aber bei der Fruchtfolge keine Rolle spielen wie etwa Löffelkraut, Meerrettich oder Brunnenkresse.

Schmetterlingsblütler oder Hülsenfrüchtler (Fabaceae,syn.Leguminosae:

  • Bohnen aus der Neuen Welt (Buschbohnen und Stangenbohnen,Limabohnen,Feuerbohnen)
  • Bohnen aus der Alten Welt (Favabohnen, auch Puffbohnen oder, Saubohnen genannt, Sojabohnen)
  • Erbsen (Markerbsen, Schalerbsen, Zuckererbsen oder Kefen)
       

Doldengewächse oder Schirmblütler (Apiaceae, syn. Umbelliferae):

  • Gemüsefenchel
  • Kerbelrübe
  • Karotten oder Möhren
  • Pastinake
  • Sellerie
  • Knollensellerie
  • Staudensellerie
  • Wurzelpetersilie
  • Zuckerwurzel
  • Gartenkräuter: Anis, Bibernelle, Dill, Engelwurz, Fenchel, Kerbel Koriander, Kümmel Liebstöckel (Maggikraut), Petersilie

Gänsefußgewächse (Chenopodiaceae):

  • Gartenmelde
  • Guter Heinrich
  • Mangold
  • Spinat
  • Zuckerrübe

Gurkengewächse(Cucurbitaceae):

  • Gurken
  • Kürbisse
  • Melonen
  • Zucchini

Gräser (Graminaceae):

  • Getreide (Weizen, Gerste, Roggen, Hafer, Dinkel, Hirse)
  • Zuckermais
       

Nachtschattengewächse (Solanaceae):

  • Aubergine oder Eierfrucht
  • Chilipfeffer
  • Kartoffeln
  • Paprika
  • Tabak
  • Tomate
  • Tomatillo

Korbblütler(Asteraceae, syn. Compositae):

  • Artischocke
  • Brüsseler Chicorée, Witloof
  • Endivien
  • Gemüseklette (Takinogawa, Gobo)
  • Haferwurzel
  • Kardy
  • Salate
  • Schwarzwurzel
  • Sonnenblume
  • Topinambur
  • Gewürz- und Heilkräuter: Arnika, Beifuß, Estragon, Kamille, Ringelblume
  • Blumen: Astern, Chrysanthemen, Dahlien, Goldruten, Schmuckkörbchen (Cosmea), Tagetes

Lippenblütler(Lamiaceae,syn. Labiatae):

  • Japanischer Knollenziest