Am 21. Juni ist der längste Tag und zugleich Sommersonnenwende. Es ist Zeit, heilkräftige Johanniskräuter zu sammeln. Auch einen kleinen Vorrat an Holunderblüten sammeln und trocknen wir, um uns in kälteren Jahreszeiten mit Fliedertee über eine Erkältung hinweg zu helfen. Zu empfehlen sind außerdem leckere Holunderküchlein, die nun vielerorts auf den Tisch kommen. In der Natur beginnen die Blüh- und Reifevorgänge und der Gärtner hat weniger mit Säen und Pflanzen, als vielmehr mit Pflegemaßnahmen zu tun. So gehören das fleißige Hacken, Nachdüngen und Gießen zu seinen Aufgaben. Wir können jedoch auch schon Gemüse der Frühbeete ernten und die Beete, unter Beachtung der Fruchtfolgen, mit Folgesaaten bestellen.

 


„Geh aus mein Herz, uns suche Freud’ in dieser lieben Sommerzeit. Schau an der schönen Gärten Zier, und siehe wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben.“ So besingt der Kirchendichter Paul Gerhardt den Sommer, der uns Gärtnern üppiges Wachstum, Blüten und Beeren bringt. Der Arbeitsaufwand ist in dieser Phase viel geringer als im Frühjahr. Es ist vor allem die Natur, die wachsen und reifen lässt. Wir helfen mit Achten auf gute Bodenfeuchtigkeit, Düngen oder Nachsäen. Auch vergewissere ich mich, dass die Pflanzen des Gewächshauses gut gedeihen und stütze schwer behangene Obstbäume.

 


Reich und bunt beschenken uns die späten Sommermonate mit ihren Gaben. Die Eberesche erfreut Mensch und Tier mit ihren orangeroten Vogelbeeren und die Blumen zeigen sich in voller Pracht. Auch in den Gemüsebeeten scheint es, als schütte eine gütige Göttin ein Füllhorn voller Feldfrüchte aus. Diese Fülle erfreut nicht nur uns, sondern lockt Tiere und Insekten in den Gemüsegarten, die am Fest teilhaben möchten. Wie wir uns mit ihnen arrangieren können, erzähle ich euch unter anderem in diesem Kapitel. Aus dem Geernteten bereiten wir schmackhafte Mahlzeiten und beginnen, Zwiebeln und heilkräftige Kräuter an einem luftigen Ort zu lagern. Abgeerntete Beete dünge ich mit reifem Kompost und säe winterharte Gemüsesorten.

 

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